GOURMET-TRÜFFEL 


 

Die Frühlings-Trüffel  «tuber borchii»

Die Stiefschwester der Kaiserin ...

 

Die Frühlings-Trüffel gehört zu den weissen Trüffel-Arten und ist deshalb auch als «Weissliche Trüffel» oder «Bianchetti-Trüffel» bekannt. Äusserlich sieht sie fast wie die Alba-Trüffel aus und wird daher auch oft dem unwissendem Touristen als solche untergejubelt. Die Aussenhaut der Frühlings-Trüffel ist glatt und ganz ohne die markante pyramiden-förmigen Auswüchse der Schwarzen-Trüffeln. Voll ausgereift unterscheidet sie sich sichtbar von der teuersten aller Trüffeln, sie verliert ihre weisse Farbe und wird beige bis braun, oder auch rötlich gefleckt. Das Fruchtfleisch wird im reifen Zustand rot-bräunlich und mit wenigen weisslichen, breiten Adern durchzogen. Diese Trüffel erreicht eine durchschnittliche Größe von etwa 3-4 cm, teilweise wird sie aber auch so gross wie ein Tennisball.

Geschmacklich ist sie sehr weit von der Alba-Trüffel entfernt und eher mit der  Périgord- und Herbst-Trüffel zu verglei-chen. Sie besticht mit ihrem angenehm würzigen Aroma und einem kräftigen Knoblauch Abgang.

Ihr natürliches Vorkommen soll sich über ganz Europa erstrecken. Von Finnland runter bis Italien und von Spanien bis Ungarn. In der Schweiz haben Emma und ich die «tuber borchii» aber noch nicht entdeckt und importieren sie daher aus Umbrien.

Die Frühlingstrüffel - wie ihr Name bereits verrät - ist von Mitte Januar bis hinein ins Frühjahr erhältlich. Die Haupterntezeit ist der März, weshalb sie auch manchmal als «März-Trüffel» bezeichnet wird. Im Handel ist sie, je nach Reifegrad, zwischen 650.- bis zu 1'200.- pro Kilos zu ergattern. Da sie, im Gegensatz zur Weissen Trüffel, beim Kochen bis zu 65 °C erwärmt werden kann, eignet sie sich auch für deftige Saucen, Fleisch, Fisch und allerlei Pasta-Gerichten. Als Begleitung zu Nachspeisen kann ich sie aber nicht empfehlen, ihre Knoblauch-Note wäre dann schon sehr gewöhnungsbedürftig. 



Die Sommer-Trüffel  «tuber aestivum»

Die Königin der saisonalen Küche ...

 

Die Sommer-Trüffel, „tuber aestivum vittadini 1831“, ist eine Pilzart aus der Familie der Trüffel-Verwandten und zählt zu den echten Trüffeln. Molekularbiologische Untersuchungen haben ergeben, dass es sich bei der Sommer-Trüffel und der Herbst-Trüffel um dieselbe Art handelt. Die Sommer-Trüffel ist der Herbst- Trüffel sehr ähnlich. Sie ist hell gefärbt, oft rundlich und meist unregelmässig geformt und trägt ausgeprägte, pyramiden-förmige Höcker auf der Haut. Vor der Reife ist sie weisslich und gummiartig. Ihre Reife erreicht sie wenn sie sich grau-gelb bis gelb-braun verfärbt hat. Ihr Geruch erinnert an Gerste, Pilz, Haselnuss und Humus. Die Sommer-Trüffel ist die am meisten geerntete Trüffel Europas, denn sie stellt die niedrigsten Anforde-rungen. Sie gedeihen nicht nur dort, wo die Périgord-Trüffel im Winter wachsen, sondern sie wirdauch bis zu einer Höhe von 1100 m kultiviert. Sie ist von Mitte Juni bis Ende September auf den Märkten erhältlich, eine Jahreszeit, in der man sie nicht mit einer anderen Trüffel-Gattung verwechseln kann. Sie kostet zu Beginn der Saison etwa 350.- und Ende Herbst etwa 750.- Franken pro Kilo. Angesichts ihres wenig ausgeprägten Geschmacks lässt sich die Sommer-Trüffel nicht mit allzu markanten Gerichten verbinden. Kombiniert man die Sommer-Trüffel aber mit den für sie geeigneten Geschmacksträgern, passt sie vorzüglich zu den Produkten der saisonalen Jahreszeit. Sie passt zu Salaten, Erbsen, Frischkäse, wie auch auf Bruschetta mit Gemüse und Mozzarella. Dasselbe gilt für Eier als bevorzugte Partner der Sommer-Trüffel. In Verbindung mit anderen Pilzen und Nüssen tritt ihre dezente Note hervor.

Die Sommer-Trüffel hat vielleicht nicht, den für Trüffeln typischen Geschmack, aber im reifem Zustand kann  sie mit ihrem pilzigen, nussigen Geschmack dennoch zu vielen Gerichten passen. Ihre Frische und ihr sanftes Aroma kannst du auch entfalten, indem du die Sommer-Trüffel sehr fein über warme Gerichte hobelst, dazu empfiehlt sich allerdings ein hochwertiger Trüffel-Hobel. Sie kann selbst für Desserts verwendet werden, indem man sie mit Honig und Bratbutter kombiniert und den Honig auf 40­—65 °C erhitzt. Dieser Trüffel-Honig passt zu Glacé jeder Art und auch zu gegrillten Früchten wie Ananas und Avocado.




Die Herbst-Trüffel  «tuber uncinatum»

Die Geliebte der traditionellen Küche ...



Die Herbst-Trüffel ist der Sommer-Trüffel sehr ähnlich. Ihre Form ist aber viel regelmässiger, ihre „peridie“ ist hügeliger und ausgeprägter. Ihr Fruchtfleisch ist einiges dunkler und erinnert an Milchschokoladen, welche von zahlreichen weissen Adern durchzogen ist. Ihr Duft ist vielseitiger als der ihrer saisonalen Vorgängerin. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Herbst-Trüffel und die Sommer-Trüffel nur von jahreszeitlichem Unterschied. Geschmacklich überragt die Herbst-Trüffel die Sommer-Trüffel aber bei weitem. Sie riecht nach Pilz, vor allem nach Steinpilz, Knoblauch, Bärlauch und Humus. 

Die Herbst-Trüffel ist in der Schweiz von Anfang September bis Mitte Januar erhältlich. Ihr Aroma und Duft wird aber ab Mitte Dezember immer schwächer und sollte dann mit Vorsicht erworben werden. Da sie zwischen den Winteredel-Trüffeln und den Sommer-Trüffeln auf dem Markt erscheint, sollte man sich unbedingt an ihren wissenschaftlichen Namen „tuber uncinatum“ erinnern, um nicht vom Händler über den Tisch gezogen zu werden. Die Herbst-Trüffel sollte, je nach Qualität, für 600.- bis 1’200.- Franken pro Kilo im Angebot sein.Die Herbst-Trüffel ist in der Schweiz weit verbreitet, weil für sie Feuchtigkeit wichtiger als Sonne und Wärme sind. Sie gedeiht in den Kalkgebieten, die sich vom Thurgau bis in den Jura erstrecken. Ihre Wirtbäume sind Eichen, Linden, Haselnusssträucher, Edelkastanien, Birken, Ulmen und Buchen.

Im Gegensatz zur Winteredel-Trüffel steht die Herbst-Trüffel nicht für sich selbst, sie sollte also immer in Zusammenhang mit einem Geschmacksträger verwendet werden. Die Aromen der Trüffel sind «lipophil», also fettliebend. Die Aromen können deshalb auf fetthaltige Speisen übertragen werden, indem die frischen Trüffeln in verschliessbaren Behältern zusammen mit fettigen Speisen aufbewahrt werden. Dazu gehören rohe Eier, Butter, Milch und Rahm, keinesfalls aber mit Speiseöl, da die Trüffel keine ätherischen Öle enthält. Noch besser ist es aber die Herbst-Trüffeln zusammen mit einem Geschmacksträger auf maximal 65 °C zu erhitzen um sie dann in einem Rezept zu verwenden.




Die Winter-Trüffel  «tuber brumale»

Die Prinzessin der Krone ...



Die „tuber brumale“ ist der wertvollen „tuber melanosporum“ sehr ähnlich ist, mit der sie auch häufig verwechselt wird und oft in betrügerischer Absicht einer Lieferung beigefügt wird. Die Winter-Trüffel gilt als weniger geschmackvoll und ist daher auch preiswerter. Erhältlich ist diese Trüffelart, wie die Winteredel-Trüffel auch, zwischen Dezember und März. Die Winter-Trüffel kann man von seiner kostbaren Verwandten der Winteredel-Trüffel unterscheiden, da sich die Aussenhaut bei reifen Exemplaren leicht von der Trüffel lösen lässt. Ein weiteres Merkmal ist natürlich der Geruch, der weniger würzig, dabei jedoch muffig, moschusartig, aggressiv und insgesamt weniger angenehm ist. Ausserdem hat das Fruchtfleisch nicht den schwarz-rötlich und violetten Ton der Winteredel-Trüffel, sondern ist eher als braun-schwärzlich zu bezeichnen. Ansonsten gilt der übliche Rat beim Trüffelkauf, einfach beim Händler des Vertrauens kaufen und am besten Ware mit Herkunftszertifikat.  

Zum Geruch der Winter-Trüffel gibt es widersprüchliche Angaben. Er enthält Elemente des Winteredel- Trüffels aber auch einen Hauch der Moschusnote, welcher in der Literatur als Mischung von vergorenen Früchten, bitterer Hefe, Haselnüssen und der Rinde von Hartriegel beschrieben wird. Andere erinnert der Geruch an Knoblauch und Rübe. Pilzexperten hingegen stellen für frische, reife Fruchtkörper einen Duft nach sauren Früchten wie beispielsweise Äpfel und Zitrone fest, wobei gelegentlich auch eine schwere Moschusnote ins Spiel kommt. Überalterte Winter-Trüffeln können hingegen einen starken Phenolgeruch entwickeln. 

Winter-Trüffeln haben keinen einheitlichen Geruch, dieser scheint abhängig von Wachstumsbedingungen und Reifegrad zu sein. Die Winter-Trüffel ist eine interessante Trüffel für den Küchengebrauch, denn ihr Preis ist sehr überzeugend. Im Schnitt kostet die Winter-Trüffel nur ein Drittel dessen, was für eine Winteredel-Trüffel verlangt wird, so finden sich durchaus Angebote von 800.- bis 1´500.- Franken pro Kilo. Diese Trüffel ist für kräftige Saucen und Suppen geeignet. Ansonsten kann sie in allen Rezep-ten verwendet werden, welche auch für Winteredel-Trüffeln geeignet sind. Sie kann durchaus bis zu einer Temperatur von 75 °C erhitzen werden aber auf keinen Fall darüber, da ihr Aroma sonst wieder zerfällt.




Die Winteredel-Trüffel  «tuber melanosporum»

Napoleon Bonaparte's letzter Wunsch ...


Obwohl es momentan noch umstritten ist, ob die Winteredel-Trüffel bereits in der Schweiz angekommen ist, erwähne ich sie an dieser Stelle. Die Winteredel-Trüffel fasziniert durch die Komplexität und Reichtum ihrer Aromen. Sie sind robust, kräftig, vielfältig, frisch und feucht. Und je nach Trüffel oder Fundort sowie Jahreszeit variieren ihre Aromen von frischen Kräutern, Moschus, Waldböden, Steinpilzen sowie Leder und Tabak. Die Winteredel-Trüffel bevorzugt Kalkstein-Böden sowie heiße Sommer. Sie wächst vorwiegend in Symbiose mit Eichen, Haselnüssen und Kiefern. Das Département Drome und Vaucluse sind die bevorzugten Fundorte aber auch Italien und Spanien entwickeln sich zu den anderen großen Lieferanten von Winteredel-Trüffeln. Sie ist auch in Kroatien und Bulgarien zu finden und anscheinend selbst im Jura und dem Tessin. Die Winteredel-Trüffel ist von Anfang November bis Ende März erhältlich. Es ist aber auch Vorsicht geboten, da sie mit der Winter-Trüffel zum Verwechseln ähnlich ist, welche zur selben Jahreszeit geerntet wird und oft auch von Händlern einer Bestellung untergejubelt. Vor den Feiertagen ist die Nachfrage am größten, die besten Winteredel-Trüffeln findet man aber erst ab Anfang Februar. Sie kann je nach Jahr, Jahreszeit und Qualität von 1’800 bis 3’800 Franken pro Kilogramm kosten. 

Die Winteredel-Trüffel ist der Diamant der Winterküche. Ihre Aromen enthalten sowohl Wärme wie auch Frische, ihre pflanzlichen, animalischen und pilzigen Abstufungen können es mit einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Gerichten aufnehmen. 

Ihr Duft ist weniger intensiv, aber erdiger als der Duft der Alba-Trüffel. Ihre Konsistenz verträgt es besser als ihre Verwandten, gekocht zu werden und eignen sich für die Zubereitung von Bouillons, Saucen, Emulsionen, Eiern, Rind und Wild, wie auch Fisch und Geflügel. Unter den Pilzen ist es vor allem die Morchel, welche die grösste Ähnlichkeit mit der Winteredel-Trüffel aufweist. 

Es kann ja sein, dass es nun auch im Jura Périgord-Trüffeln gibt, Emma und ich haben aber noch keine gefunden. Importierte Trüffeln zu kaufen ist immer mit einem grossen Risiko verbunden, die Qualität kann minderwertig sein oder im schlimmsten Fall handelt es sich um die leicht zu verwechselnden China-Trüffeln, welche absolut geschmacklos sind. Falls Sie aber von Ihrem Händler des Vertrauens Périgord-Trüffen erbeuten können, nur zu, sie sind ein Genuss ...!




Die Weisse-Trüffel  «tuber magnatum pico»

Ihre Kaiserin - Die Alba-Trüffel ...



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